TOLLE GLÜCKSTADTREGATTA

04.06.2019 – Kaiserwetter auf der Elbe und doch nur 36 Schiffe am Start der traditionellen Glückstadt-Regatta. Lag vielleicht auch an dem Himmelfahrtswochenende wo einige potentielle Teilnehmer lieber auf Tour gegangen sind.
Jugendwanderkutter fehlten ebenso wie Jugendteams auf Albin Expressen oder kleinen Js, schade.
Durch die Tide bedingt wurden die drei Gruppen ungewöhnlich spät ab 15:40 auf die Bahn geschickt, so konnte am Vormittag noch in aller Ruhe eingekauft und der so wichtige Yachthafen Klönschnack gehalten werden.

Start vor Wedels Yachthafen

Bei letzter auflaufender Flut war der Start offensichtlich für einige Skipper nicht einfach, denn am Abend wunderte man sich beim Blick auf die Ergebnisliste über viele OCS. „Das konnte doch nicht sein!“ und führte zu vielen Diskussionen. Dabei lassen die in Peilung zu liegenden Dreiecksmasten auf der Mole eigentlich keinen Zweifel zu: Frühstart ist Frühstart, ein Ton- Signal und Flagge X (das ist die weiße mit dem blauen Kreuz). Kein India (gelb mit schwarzem Punkt), also wieder eintauchen hinter die Startlinie und nochmals starten. Haben einige auch gemacht, aber nicht alle. Nach einigen klärenden Gesprächen und Rekapitulationen durch die Startbeobachter am nächsten Morgen ergab sich am Ende eine entspanntere Situation und die Gemüter beruhigten sich wieder. Aber wie sagt Claus so treffend: „Leute startet diszipliniert!“ Ein altes Manfred Curry Zitat besagt hingegen: „Wer bei 10 Starts keine 2 Frühstarts hat, startet nicht aggressiv genug“.
Am Sonntag musste dann auch kein einziger Frühstart geahndet werden, obwohl mit dem Strom gestartet wurde.

Auf geht’s nach Glückstadt

Bei 3-4 aus Nordwest und strahlendem Sonnenschein und endlich wieder Temperaturen wie wir sie vom letzten Sommer kannten, startete Claus‘ Team am Samstag von Horst Schliens‘ bequemer Grand Banks „Helene“ (Danke Horst!) erst die acht Elb H-Jollen und die Yardstick Gruppe 107 – 114 (9 Schiffe), danach die etwas größeren YS 88-105 (16) und zum Schluß die großen ORC Club wie „Elan“, „Edelweiß“, „Kühnzug“, „Rubix“ und 4 weitere.

Die „Elan“ pflügt durch den Schwell

Man kreuzte sich wie gewohnt die Elbe runter, es gab auch mal Böen mit fünf Windstärken und kabbeliges Wasser im Kartoffelloch und ein paar richtig große Wellen, aber kein Problem für die Elb H-Jollen die bei dieser Wettfahrt grundsätzlich zu dritt besetzt sind. Schade, daß die kleine Bahn gesegelt wurde (außer von den ORC Yachten) so blieb der Spi im Schiff und es ging direkt zum Ziel vor Glückstadt ohne die Rhinplatte zu runden. War angesichts der fortgeschrittenen Zeit nicht besser zu machen, der Letzte kam erst um 19:15 ins Ziel. Dort gab es dann auch ein frisch gezapftes Einlaufbier aus dem Kombi von Holsten.

Die Elb-H-Jolle „Frida“ von Daniel Baum kurz vor dem Start, mit an Bord Sohn Fritz (versteckt sich hinter der Fock) und Sven-Over Baumgartner à la „Petrus“

Die Schiebebrücke war auch wieder freigegeben, so dass man von den Ostliegeplätzen nicht kilometerweit um den Hafen herum laufen musste um zum Freibier zu gelangen. Abend gab es lecker Matjes und andere Köstlichkeiten in der „Alten Mühle“, die extra für die Seglerinnen und Segler reserviert war – musikalisch begleitet von der klasse Band „Therakustika“ und die Party ging auf einigen Schiffen weiter bis in den Morgen, denn man konnte ausschlafen, was für ein entspanntes Wochenende, Start war erst um 13:00.

Dusche im Waschhaus, Frühstück im Molenkieker oder an Bord und dann schnell raus aus dem Hafen, denn es wurde richtig heiß. Das Thermometer krabbelte an die 30 Grad Marke heran, aber draußen im Rhinplatte- Nebenfahrwasser wehte uns ein frischer Wind um die Ohren, nur leider aus der falschen Richtung: Er hatte über Nacht auf Südost bis Süd gedreht.

Klaus Pollähn (SVAOE) siegte auf seinem Folkeboot „Fun“ in der Yardstickgruppe ab 107

Vielleicht auch gut so, denn raumschots wäre so mancher ins Schwitzen gekommen. Die Spis blieben trocken, die Hintern auch, außer vielleicht auf den Elb-H-Jollen und bei den beiden Trapezkünstlern die bei Lars Christiansen (Renn-H-Jolle „Fettes Brett“) und WD Jahn (FD Weissboot) am Draht hingen. Eine Kreuz mit Windlöchern bis Stadersand und ab da ein harter Anlieger mit teils heftigen Böen. Glattes Wasser machte das Segeln angenehm, die paar Dampfer störten auch nicht weiter und ein wenig Taktik (woher kommt der Wind?), sowie ein Quentchen Glück (Ah da ist er ja und er zieht auch noch!) brachte das ganze Feld bis kurz nach 16:00 nach Hause.

Startschiff „Helene“ von Horst Schliens

Der einzige Ausfall war mit Ulf Gerlach‘s Laser Stratos „Tchoupitoulas“ zu beklagen, er musste mit Ruderbruch kurz nach dem Start am Samstag aufgeben. Das interne Elb H-Jollen Rennen zwischen Daniel Baum und Piet Hauschild konnte diesmal Daniel mit zwei umkämpften aber letztlich deutlichen Siegen für sich entscheiden, unterstützt von Elbe-Kenner Petrus und seinem Sohn Fritz . Die „Elan“ pflügte wie gewohnt geskippert von Stefan Semmerling durchs Feld musste sich aber der J35 „Chosi VI“ von Michi Wunderlich geschlagen geben.

Autor Tommy Loewe (Links) auf der „Brown Sugar“

Vielen Dank an Claus und das ganze Team, wir wissen Euren Einsatz zu schätzen, toll organisiert und es hat wieder richtig Spaß gemacht.
 
Text: Tommy Loewe „BrownSugar“ 
Fotos: Pepe Hartmann

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