FRÜHJAHRSTÖRN 2015

22.05.2015 – Der diesjährige Frühjahrstörn unserer Fahrtensegler führte von Kiel über Langeland, Falster, Warnemünde, Grömitz und Heiligenhafen. 

© Pepe Hartmann

© Pepe Hartmann

Am Freitag, den 08.Mai 2015, trafen sich die Besatzungen von drei Schiffen im Jugendhaus des Kieler Yacht Clubs zum gemeinsamen Essen. Nach Auswertung der Wetterberichte ging es Samstagmorgen um 11.00 Uhr los nach Spodsbjerg / Langeland. Die letzten Böen aus West waren nun durchgezogen.

Es folgte am nächsten Tag ein heißer Ritt mit achterlichen Wind (6Bft, in Böen mehr) in Richtung Stubbeköping / Fahlster. Aufgrund der erreichten hohen Geschwindigkeiten wurde der Zielhafen von Stubbeköping auf Haesness verlegt und die Folgeetappe so um ca. 8 sm verkürzt.

Am Montag folgte eine sich in die Endlosigkeit ziehende Kreuz von Haesness nach Warnemünde. Da das Verkehrstrennungsgebiet der Kadettrinne nicht gequert werden darf, wurde es westlich umfahren.

IMG_2298In Warnemünde organisierte das erste Schiff, die Be Happy, tolle Liegeplätze im alten Strom für alle HSC-Schiffe. Hier darf nur in Zweierpäckchen gelegen werden. Wie in jedem Hafen machte das erste Schiff durch das Setzen des Club-Stander gut sichtbar auf sich aufmerksam.

Nach eingehender Auswertung der Wetterberichte (u.a. www.DMI.dk) wurde der für den Dienstag geplante Hafentag auf Grömitz verschoben. Es waren für Mittwoch starke Winde aus West vorhergesagt. Es ging also schon Dienstag weiter in Richtung Grömitz. Die in Warnemünde zu uns gestoßene Sleipnir (Heimathafen ist Neustadt) u.a. mit Peter Ferber an Bord, entschied sich zum Verbleib in Warnemünde und segelte auf eigenem Kurs weiter.

Der Schlag von Warnemünde nach Grömitz verlief dann entsprechend der Wetterprognose passabel. Lediglich die heftigen Böen am Abend vor dem Hafen von Grömitz hätte sich der eine oder andere gern erspart. Unterwegs wurden die Schiffe in kräftigen Schauern vom Salz gereinigt.

In Grömitz waren wir über die erfolgten Modernisierungen im Hafenbereich erstaunt. Es stehen nun ausreichende und in guten Standard erstellte Sanitäreinrichtungen zur Verfügung. Auch der vorgefundene Grillplatz und die Hafenanlagen insgesamt konnten überzeugen. Er wurde spontan von vielen Besatzungen genutzt. Die niedrigen Temperaturen trieben die Besatzungen aber schnell wieder unter eine Kuchenbude, wo in fröhlicher Runde noch ein Fässchen gelenzt wurde.

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Der von allen ersehnte Hafentag wurde von einigen zu ausgedehnten Erkundungen an Land, u.a. entlang der ansehnlichen Promenade, genutzt. Der Clubabend folgte in einem Fischrestaurant in Hafennähe. Es wurde von allen Beteiligten als empfehlenswert eingestuft.

Am Donnerstag dann der Schlag nach Heiligenhafen. Er verlief wieder im Schnellgang, da die Winde aus West mit passenden 4 Bft wehten und hohe Tempi zuließen. Lediglich durch den Fehmarn-Sund mussten wir Motoren, da der Strom mit 2 kn und der Wind aus West gegenan standen.

IMG_2394Gemeinsam fanden wir tolle Liegeplätze im feinen Yachtclub Heiligenhafen unmittelbar vor dem Stadthafen. Hier fand die traditionelle abendliche Scorbutkur statt. Für Nichtkenner zur Erklärung: Man nehme frisch gepressten Orangensaft als Vitamin-C-Bombe (die Orangen waren von Be Happy, die erforderliche Profipresse von Bayard mitgebracht worden) und mixe ihn mit brauchbaren Zutaten. Es empfiehlt sich Hochprozentiges, um die medizinische Wirkung der Orangen zu unterstützen. Hier wurde von der Besatzung der Fjorgyn Gin und, 73%iger Rum aus Jamaika (KEIN Verschnitt) beigesteuert.

Zur Überraschung gesellten sich die Neumitglieder im HSC Martina Boehnke und Jürgen Rosemann zu uns. Sie rüsten derzeit ihr Schiff Bora Bora für eine lange Norwegenreise in Heiligenhafen aus.

Beim letzten Schlag von Heiligenhafen nach Strande drehte der Wind von WNW auf N, sodass wir mit unserer Unit eine schöne Bogenlampe durch das Schießgebiet vor Todendorf fahren konnten. Die Bundeswehr hatte ebenfalls einen Brückentag genommen, es wurde nicht geschossen. Da der Wind immer mehr bis zur Flaute abnahm, musste auf den letzten Meilen das Dieselsegel gesetzt werden.

Am Abend trafen wir uns dann alle zum Ausklang einer wunderschönen Woche, zum Teil mit Damen, wieder im Jugendclubhaus des Kieler Yacht Clubs zum gemeinsamen Abschlussessen.

Der Frühjahrstörn soll Fahrtensegler animieren, gemeinsam und mit gegenseitiger Unterstützung und zum Teil auch Anleitung sich selbst, das eigene Schiff und Crewmitglieder in die Nähe der Leistungsgrenze zu bringen.

IMG_2377So geschehen bei mir. Ich hatte als Eignernovize (Maxi Fenix) einen gehörigen Respekt vor dem Schlag bei kräftigem achterlichen Wind von Spodsbjerg nach Haesness und dem langen Folgeschlag nach Warnemünde. Wir waren zu zweit unterwegs.

Gemeinsam wurde unter den Steuerleuten festgelegt, dass Gedser als Nothafen bei einem Problem auf einer Yacht von allen Schiffen angelaufen werden würde.

Zum zweiten kam die Besatzung der Fjorgyn auf ihrem Nachfolgerschlag (geplant war Stickenhörn – Warnemünde) an ihre Grenze, da ein Besatzungsmitglied (auch hier war man zu zweit unterwegs) seekrank wurde. Gemäß den Regeln der guten Seemannschaft lief der Schiffsführer von der Nordwestspitze Fehmarns nach Heiligenhafen ab. Hier kam die Besatzung wieder auf die Beine.

Zum Schluss noch eine Posse. Am Donnerstagmorgen meldete sich der Vorsitzende eines Segelclubs und teilte mit, dass sein Verein auf einem Ansegeltörn sei, mit 19 Schiffen. Wir waren nur mit kläglichen 5 Schiffen unterwegs, von den nur drei den gesamten Törn absegelten. Fjorgyn sei entschuldigt, es wurde ein 90. Geburtstag gefeiert.

Eine Steigerung auf vielleicht 10 Schiffe oder sogar mehr sollte für das nächste Jahr doch sicherlich möglich sein. Wie aufgezeigt, es geht auch gut mit kleineren Schiffen.

Zum Abschluss die teilnehmenden Schiffe:
Bayard                       Hallberg Rassy 36
Be Happy                  X – Yachts 382
Fjorgyn                       Luffe 37
Sleipnir                      Grinde
Unit                             Maxi Fenix
Wir hoffen auf die Himmelfahrtwoche Anfang Mai 2016, die Vorbesprechung wird im März 2016 sein.

Es grüßt Euer Fahrtenobmann
Armin Nave
Fotos: Jürgen Grandt