KIWO 2017 ALS SEEMANN UND SEHMANN

20.07.2017 – Passend zum Start des 4. Spieltages der Deutschen Segel-Bundesliga am Freitag in Travemünde ein Bericht von zwei Fans vom letzten Spieltag in Kiel. 

Das erste Wochenende der diesjährigen Kieler Woche präsentierte sich mal ausnahmsweise von der Schokoladenseite, d.h. kein Regen, kein Sturm, keine Flaute und keine Kälte. Dafür lachte die Sonne vom stahlblauen Himmel und Rasmus beschenkte die Segler mit optimalen Windbedingungen.

Am Samstagmorgen war frühes Aufstehen angesagt, um an Bord zu gehen auf die X 332 „Keep smiling“ von Freunden von uns. Der Schlag von Schilksee in die Innenförde diente dem Aufwärmen und dem Frühstück.

Um 10.45 h war dann vor dem KYC unser Startschuss zur Aalregatta nach Eckernförde. In diesem Jahr waren das Welcome Race und die Aalregatta zusammengefügt worden, wobei im Welcome Race nach ORC und in der Aalregatta nach Yardstick gesegelt wurde.

Ein großes Feld von mehr als 80 Yachten gab sich nach dem Start auf den Kurs nach Eckernförde. Ein buntes Bild und die Förde war voller Segler. Dazwischen fuhren die Traditionssegler ihre Gästefahrten.

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Nach der Rundung einer Fahrwassertonne ging es mit einer Kreuz und weiteren Tonnenrundungen nach Eckernförde. Dort war kurz vor dem Hafen, sehr publikumswirksam, die Ziellinie ausgelegt.

Nach ca. 4 Stunden passierten wir die Ziellinie und hatten keinerlei Ahnung, wo wir gelandet waren. Das Feld hatte sich weit auseinandergezogen und zwei Konkurrenten aus unserer Gruppe waren kurz vor uns durch das Ziel gegangen.

Also haben wir erst einmal den traditionell überreichten Aal mit einem kühlen Bier im Cockpit verspeist. Nach einem Bummel über die Meile und einem ausgiebigen Essen sind Wolfgang und ich dann mit dem Bus zurück nach Schilksee gefahren.

Die Überraschung erfolgte bei der Preisverteilung am Abend. Es bimmelte auf unserem Smartphone und eine Whats App von der Crew informierte uns, dass wir Gruppensieger geworden sind, was uns natürlich sehr erfreute. So kann es dieses Wochenende weiter gehen!

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Am Sonntagmorgen war wieder frühes Aufstehen angesagt, damit wir pünktlich um 8 Uhr beim HSC Zelt eintrafen. Ausgestattet mit Tröte und HSC-Flaggen erscheinen wir in weiß/ rot/ schwarz standesgemäß gekleidet. Das Bundesligateam vom HSC (Silke, Maren, Johannes, Lamberto) hieß uns herzlich willkommen.

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Mit einem Kaffee in der Hand hörten wir uns die Ergebnisse von Samstag an, während sich das Team für den heutigen Tag vorbereitete. Nach dem Umkleiden und verstauen von Proviant verschwanden die Segler zum Treffpunkt der Liga und wir gingen mit Wolf-Dieter Jahn und Lennart zu dem sehr komfortablen Motorboot von Frank Blohm. Frank hatte sein Boot während der Kieler Woche dem Bundesliga Team als Begleitboot zur Verfügung gestellt. Ein riesen großes Dankeschön an Frank!

Der schnelle rot/weiße Flitzer fiel natürlich zwischen den ganzen Gummibooten mächtig auf. Für uns als Fachtouristen aber es sehr bequem auf den gepolsterten Sitzen und der breiten Sitzbank.

Schnell erreichten wir bei Sonnenschein und leichten Winden die Bahn von der Bundesliga. Das erste Rennen war bereits gestartet und unser Team wartete auf einem Motorboot auf seinen Wechsel. Die Bahn ist relativ kurz, so dass ein Rennen mit zwei Up and Down Kursen ca. nur 15 min dauert. Da bedeutet für die Segler absolut konzentriertes Segeln, möglichst optimale Bootsbeherrschung und ein perfekter Start. Hört sich einfach an, ist aber nicht in allen drei Punkten immer zu realisieren.

Bei unseren Beobachtungen konnten wir allerdings feststellen, dass ein guter Start schon fast die halbe Miete für eine Platzierung unter den ersten drei Booten von sechs in einem Rennen ist.

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Enger Start

Bei den heutigen Rennen, welche relativ dicht unterhalb der Steilküste ausgetragen wurden, drehte der Wind extrem. Die Wettfahrtleitung musste immer wieder eine andere ihrer drei Tonnen in Luv als Luvtonnen ausweisen. Wir versuchten durch das Aufschreiben der Windrichtung und der Zeiten ein Muster der Drehungen zu erfassen, da keine Wolken für die Drehungen verantwortlich waren. Dabei kamen wir zu dem Schluss, dass der Wind frisch immer auf der rechten Seite neu einsetzte und dann über die Mitte nach links wegdrehte.

In den Pausen, wo wir unser Team ansprechen durften, haben wir diese Beobachtungen als Tipp weitergegeben. In einem Rennen konnten das Team es hervorragend umsetzen und ersegelte einen 2. Platz.

Für uns ein Indiz dafür, wie wichtig ist, permanent die Rennen, auch der anderen Teams zu beobachten und dabei Aufzeichnung zu machen. Also, wo ist wer gestartet, welche Seite der Startkreuz wurde gewählt, welcher Platz an der ersten Luv Tonne, welche Seite auf dem Down Wind, woher kam der Wind, welche Verschiebungen bei den Platzierungen gab es. Diese Beobachtungen können die Segler in der Anspannung des Rennens nicht erfassen.

Leider waren wir dafür ungenügend vorbereitet und hatten weder Papier noch Stift dabei. So konnten wir diese Daten nicht erfassen und die Bewertung als Tipp an unser Team geben. Aber vielleicht ist es eine Anregung für weitere Beobachter, so bei den nächsten Events unser Team äußert hilfreich zu unterstützen. Es macht richtig viel Spaß dabei zu sein und als aufmerksamer Beobachter kann man viel dazu lernen.

Wir konnten jedenfalls an diesem Sonntag sechs spannende Rennen vom HSC Bundesliga Team verfolgen, welche von allen Höhen und Tiefen geprägt waren. Vom zweiten bis zu letzten Plätzen war alles vertreten und dazwischen liegen manchmal nur Sekunden.

Liest man die Crewliste der teilnehmenden Vereine in Kiel durch, so fällt auf, dass bei den Top Teams durchaus „Profi-Segler“ zu finden sind. Aber Silke als einzige Steuerfrau! Hut ab!

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Zieleinlauf

Das HSC Bundesliga Team hat mit seinem 11. Platz in Kiel in der Gesamtwertung einen Platz gut gemacht und so einen riesigen Schritt in Richtung Klassenerhalt in der 1. Liga gemacht. Gratulation!

Für die weiteren Events drücken wir daher dem Team ganz doll die Daumen und finden die Gesamtplatzierung nach dem Aufstieg in der 1. Liga hervorragend.

Weiter so, Eure Cheerleader Julia und Wolfgang