36. Kultregatta Alsterglocke

Bekanntmachung des Wettfahrtkomitee
Aushang Nr. 1 vom 7. Oktober 2019

Skippersmeeting
Das Skippersmeeting findet am 19.10.2019 um 9.45 Uhr im Hamburger Segel-Club statt.

CheckIn
Der CheckIn zur ALSTERGLOCKE findet am 19.10.2019 von 9.00 Uhr bis 9.45 Uhr im Großen Saal des Hamburger Segel-Club statt. Die Namen aller Crewmitglieder müssen spätestens beim CheckIn benannt werden, beide Skipper müssen den Haftungsausschluss unterschreiben.

Liegeplätze
Der Westhafen ist für alle Regattateilnehmer gesperrt !
Freie Liegeplätze im Osthafen können nach Absprache mit unserem Hafenmeister, Herrn Sven Ole Ivens (Telefon: 0171 / 744 70 10), gerne genutzt werden.

Kran
Im Allgemeinen ist kranen von Dienstag bis Freitag nach Vereinbarung/Voranmeldung möglich. Bitte vereinbart rechtzeitig einen Krantermin mit unseren Hafenmeister Herrn Sven Ole Ivens (Tel: 0171 / 744 70 10).

Sonderkranzeiten für Teilnehmer der Alsterglocke:
Freitag         12.10.2018 von 12.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr
Samstag      13.10.2018 von 8.30 Uhr bis zum Beginn der Preisverteilung
Sonntag       14.10.2018 von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr (NUR nach Voranmeldung bis 19.10.,18.00Uhr im Regattabüro)

Sperrung von Kran & Hafenvorfeld
Von Freitag, den 18.10.2019 um 9.00 Uhr bis Sonntag, den 20.10.2019 um 18.00 Uhr ist das Hafenvorfeld und der Kran für Teilnehmer der ALSTERGLOCKE reserviert und für alle Nicht- Regattateilnehmer gesperrt.

Ausschreibung

Meldung

Bericht 35. Alsterglocke 2018

Bei schönstem sommerlichen Herbstwetter trafen sich über 400 Segler und Zuschauer zur alljährlichen Alsterglocke im Hamburger Segel-Club. Wilde Crewwechsel und beste Laune bescherten allen Beteiligten einen vergnüglichen Tag. Es gab so manchen Hochsommertag in den letzten Jahren, wo man sich Temperaturen wie diese gewünscht hätte: Bei fast 27°C starteten Wettfahrtleiter Lennart Klemp (Foto) und sein erfahrenes Team die 35. Alsterglockenregatta. Blauer Himmel und dazu ein leichter SSO von 2-3 Bft. ließen den Herbst vergessen.

Klimawandel hin oder her, es ist einfach angenehm in kurzer Hose und T-Shirt zu segeln: Nur die Schwimmweste durfte nicht fehlen, denn auch wenn die Crew-Wechsel bei diesen Bedingungen leicht über die Decks gingen, blieb das eine oder andere unfreiwillige Bad nicht aus. Schön, dass seit einigen Jahren die J24, die mit 11 Booten wieder mal die stärkste Klasse an den Start brachten, ihre eigene Wechselzone hatten. Bei ca.120 J24-Seglerinnen und Seglern war das Gedränge auf dem Außensteg groß, trotzdem klappten die Wechsel gut: Auf der J24 mit den Luftballons wurde sogar ein Kleinkind rübergereicht, natürlich gut gesichert.


 
So war die Stimmung unter den etwa 400 Seglern, die sich auf insgesamt 62 Boote verteilten und den zahlreichen Sehleuten hervorragend. Bei einer spontanen Geburtsfeier wurde dann auch mal wieder ausprobiert, wie viele Leute auf eine J24 passen, bevor das Heck auf Tiefe geht. Die Antwort: Dafür ist das Cockpit zu klein und die Mädels sind zu leicht. Aber es gab natürlich auch andere Boote auf der Bahn: Piraten, J70, Conger, Zugvögel, Fiven und jede Menge andere Bootsklassen waren vertreten.




 
Gewonnen hat das 505er Team Steve Kwee / Max Gurgel, das berechnet sensationelle 10:47 Minuten vor den Zweitplatzierten, Daniel Baum / Petrus Baumgartner auf der Elb H-Jolle „Frida“, ins Ziel kam. First Ship Home wurden nach 04:06:25 Stunden gesegelter Zeit Ole Paulsen /Jens Priewe auf ihrer modernen H-Jolle. Der niedrigste Yardstickwert im Feld von 92 bescherte ihnen dennoch nur den 3. Rang, 2 Minuten vor der klassischen Berliner H-Jolle „Herta 2“, gesegelt von Thea Harksen und Tommy Loewe.


 
Sensationell auch der Rekord von einer Preisverteilung nur 45 Minuten nach dem letzten Zieldurchgang – die letzten im Feld brauchten mit 08:48:56 Stunden mehr als doppelt so lange für die 14 Runden wie die ersten und sollen hier aus Gründen der Höflichkeit nicht genannt werden. Die Presse war auch wieder gut vertreten; sogar der NDR brachte einen kurzen Film im Hamburg Journal.


 
Das feierlustige Seglervölkchen ließ den Abend – wie so oft in diesem Never Ending Bombensommer nach den Känguru-Regatten – bei einem lauen Abend mit malerischem Sonnenuntergang und 2-3 Bierchen ausklingen. „Oh Saison, geh nicht zu Ende, muß ich wirklich schon kranen!?“ Keine Angst, es kommen ja noch Meisterschaft der Meister, Väterchen Frost, Letzte Helden und Eispokal, diesmal auch für 2er Crew Boote offen. Und irgendwann wird es bestimmt schlagartig Winter, die Eichhörnchen haben schon reichlich Nüßlein gesammelt.


 
Dank mal wieder an das souveräne 40 Personen starke Wettfahrt-Team und das Team der Ökonomie, die alle durstigen und hungrigen Mäuler bestens versorgten.

 

Wissenswertes und Geschichte

Die Alsterglocke wurde als Fun-Regatta 1984 von Claus Krogmann und Robby Rottmann ins Leben gerufen und freut sich seither über ständig wachsende Beliebtheit. Nicht nur bei Seglern, sondern auch bei den Medien vom Rundfunk über das Fernsehen bis hin zu Zeitungen und dem Internet. Sie ist im ganzen Bundesgebiet bekannt und weit darüber hinaus. Oft kopiert, aber nie erreicht. An teilnehmenden Seglern zählt sie zu den größten regelmäßig stattfindenden Regatten.

Segler sind gemeinhin Leute, die in ihrem Boot sitzen, auf dem Wasser mit dem Wind ihre Bahnen ziehen und gelegentlich per Hand die Stellung ihrer Segel optimieren, um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Ab und hin, wenn der „Bach“ nicht sehr ausgedehnt ist, wie die Hamburger Außenalster, heißt es „klar zur Wende“, oder bei einer  Bö von Achtern haut es einem den Baum um die Ohren – dann kommt Bewegung in die Crew.

Bei der Alsterglocke ist weitaus mehr Bewegung als üblich gefordert. Der Hamburger Segel-Club ruft alljährlich gegen Ende der Segelsaison zum fröhlichen Hüpfen auf der Alster. In jedem Jahr nehmen etwa 90 Boote teil mit mehr als 500 Seglern und 250 Gästen aus ganz Norddeutschland. Nein, die sitzen nicht alle gleichzeitig auf den Booten: Alle Schiffe, unterschiedlichster Klassen, bringen jeweils zwei komplette Crews mit. Hat ein Dickschiff (eines mit Kiel und Kuchenbude) normal fünf Segler an Bord, so müssen laut Alsterglocken-Regel zehn anrücken, und nach vorgeschriebenen Segelrunden am Steg – ohne festzumachen und in kaum verminderter Fahrt, gewissermaßen im fliegenden Wechsel – ist die Crew auszutauschen.

Man stelle sich vor: 10 Boote oder mehr preschen gleichzeitig steil auf den Steg zu, man sieht ihn schon in zwei Teile zerbersten, dann – kurz vor der Bande – reißt der jeweilige Steuermann das Ruder herum, stellt das Boot in den Wind, um die Fahrt etwas aufzustoppen, und nun beginnt das Spiel:

Die auf dem Boot befindliche Mannschaft springt unter Gejohle von Bord (beim Dickschiff über den „Seezaun“), einer nach dem anderen hüpft, schliddert, schlingert, plumpst in Richtung Steg, die auf dem Steg stehenden versuchen dasselbe gleichzeitig in die andere Richtung zu unternehmen,  nämlich auf das Boot zu gelangen.

Manch einer landet liegend quer, beißt am Schiff in die gegenüberliegende Bank, wickelt sich in die Tampen (Seile), landet blind im Segel, eingehüllt und ohne Orientierung, rutscht gleich in die Kombüse weiter – und andere, die versuchen sich in Ballettdisziplinen, legen Spagate ungeahnter Spannweite hin, wenn ein Bein partout auf dem Steg bleiben will, das andere aber schon an Bord ist und der Kahn weiterdüst.

Tja, und dann passiert auch, dass man baden gehen kann! Weil es denn so lustig ist, hat der eine oder andere seine Bierflasche mit Strohhalm trinkbereit im Brustbereich seines Anoraks stecken und taucht nun ab mit allem (auch dem gurgelnden Handy) in das kühle Alsternass. Was vorher das Bier war, ist nun der Grog.

Bei fast jeder Alsterglocke gibt es mehrere Segler, die schwimmend dem Boot hinterher hecheln, und bei einfallenden Böen legen sich oft mehrere komplette Mannschaften mitsamt ihrem Schiff in die Alster. Schwimmend ist die Alsterglocke allerdings nicht zu erringen, die will schon ersegelt sein.

Es gibt viele Möglichkeiten ein Boot zu verlassen oder zu entern

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Der einfachste Weg: Ein kühner Sprung

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Der sicherste Weg: Auf allen Vieren

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Die elegante Variante: Der Spreizer

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Wie beim Kunstturnen: Der Spagat

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Auch eine Möglichkeit: Mehr hoch als weit

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Die Bugkorb Variante eins: Die volle Breite des Stegs nutzen und dann klammern

© Pepe Hartmann-8520Bugkorbvariante zwei: einfach durch den Korb klettern

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Der Sprung des letzten Augenblicks

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Eine häufig angewandte Möglichkeit: Irgendwie wird es schon gehen

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Die nasseste Möglichkeit: Der Hänger