S.O.S PUSCHEN!

27.07.2019 – böiger und stark drehender Ostwind von 3-4 Beaufort forderte gestern seinen Tribut: Benjamin und Vincent gingen mit dem Puschen „auf Tiefe“! Als ehemaliger Puschensegler erinnere ich mich noch sehr gut an ganz ähnliche Erlebnisse. Wenn so ein Puschen erstmal über den schmalen Süllrand „vollgelaufen“ ist, wird es verdammt schwierig, denn das Wasser läuft über Freibord und Schwertkasten schneller nach, als man pützen kann.

Gestern nun waren die beiden Youngster gerade so schön am Trainieren (!!) für die Summer Classics, als eine besonders fiese Bö – gepaart mit einem 30° „Abbacker“ – einfiel und Benjamin die Schot nicht schnell genug aus der (stilvollen, aber unzeitgemässen) Tufnol-Klemme bekam. Da war es dann halt passiert und Vincent’s besorgte Mutter stand in der Geschäftsstelle, um den Vorfall anzumelden. Nach einer spontanen Rettungsaktion unseres Nachbarn Käpt’n Prüsse waren die beiden aber schnell und sicher wieder an Land – unser Dank geht an das Prüsse-Team!

Nun wird das Puschen schnellstens mit Auftriebskörpern nachgerüstet, ähnlich wie beim Opti; dann schwimmt es höher auf und man hat wenigstens eine kleine Chance, gegen das Wasser zu gewinnen. Auch neue Servoklemmen stehen auf der „to-do-Liste“. Schiet op originohl, de anner’n Holzmeubel hebbt dat dscha ok!

Auftriebskörper hatten wir früher übrigens auch nicht. Die hatte der Konstrukteur Ernst Lehfeld – einst selbst HSC-Mitglied – nicht vorgesehen und auch Werftchef „Onkel Berni“ hielt sowas offenbar nicht für nötig. Ob da ein nach heutigen Maßstäben etwas harter, pädagogischer Ansatz hinter steckte oder ob sie schlicht vergessen wurden, wird wohl nicht mehr herauszufinden sein. Wer den alten Dornheim noch kannte, kann sich das wohl allerdings durchaus vorstellen…..

Text: Andreas Borrink, Foto: Lars Mühmel, Holzpirat.org, Lindemann KG