VON SPI BIS FLAUTE; GEDULD UND ZWEIKAMPF BEIM AERÖ RUND

11.07.2019 – mit der Frauen-Crew auf der Rubix – Teil 2.

Am Freitag den 14.6. trafen wir uns um 16:00 und begannen mit den Vorbereitungen. Das gesamte Schiff wurde noch einmal geprüft und optimiert. Wir wollten vorbereitet sein: Die Wettervorhersagen waren so unterschiedlich, dass wir von leichtem Wind bis Sturm mit allem rechnen mussten.

Um 21:00 war es dann so weit – unser Startsignal ertönte. Mit voller Konzentration fuhren wir einen sehr guten Start und konnten uns in Luv der anderen Schiffe positionieren. Belohnt wurden wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang vor uns und bedrohlichen Blitzen über Land hinter uns. Doch die Rubix war schneller als die Gewitter und wir segelten in die Nacht.

Leichtwind-Start vor Schilksee

Der lange Am-Wind-Kurs bis zur Bahnmarke nördlich von Aerø brachte zwar die Müdigkeit mit sich, doch wir schlugen uns wacker und trimmten regelmäßig mit Taschenlampen bewaffnet die Segel. Der Wind blieb trotz einer dunklen Wolkenfront recht stabil und ganz im Race-mode wurde es letztlich eine ruhige Nacht auf der hohen Kante. Ab der Wendetonne nördlich von Aerø lieferten wir uns dann ein enges Rennen mit zwei anderen Yachten, sodass erst nach dem Zieldurchlauf wieder an Entspannung zu denken war.

Am Samstagmorgen gegen 5 Uhr erreichten wir Marstal und legten uns nach einem Anlege-Bier in die Kojen. Das Wetter war so ungemütlich, dass wir uns erst nach dem Frühstück (um 17:00) wieder aus der Kajüte trauten. Es ging zur Siegerehrung. Zu unserer Überraschung hatte sich die Wettfahrtleitung doch für uns als Siegerteam des Mermaid-Preises entschieden, obwohl wir mehr als beeindruckt von der Leistung von Meike Holland waren, die spontan die Strecke Einhand gesegelt war. Trotzdem freuten wir uns natürlich sehr.

Die fröhliche Ladies-Crew im Hafen: Insa, Liza, Isabel, Allanah, Skipperin Neeskea und Ioanna (vlnr)

Sonntagmorgen vor 8 Uhr: Etwas ermüdet, aber froh über den Sonnenschein machten wir uns wieder auf zur Startlinie. Unser 7. Platz der Hinfahrt bedeutete für uns: Da ist noch Luft nach oben! Hoch motiviert konnten wir uns nach dem Start von den anderen Booten absetzen. Doch die Euphorie hielt nicht lange. Nach der ersten Bahnmarke verabschiedete sich der Wind und wir dümpelten mitten zwischen Aero und Kiel auf der Ostsee.

Nach dem Ziel auf dem Weg nach Marstal machte sich die durchgesegelte Nacht bemerkbar….

Die Stunden vergingen, immer auf der Suche nach Wind und ein Boot nach dem anderen barg die Segel und fuhr unter Motor Richtung Kiel. Erst gegen Nachmittag entschloss sich der Wind uns wieder vorwärts zu bewegen. Doch leider mussten wir feststellen, dass die Yachten im Osten etwas mehr Glück gehabt hatten und nun wieder vor uns segelten. Doch die Enttäuschung hielt nicht lange. Bülk schon in Sicht ließ es die Windrichtung plötzlich zu, den Spinnaker zu setzen. Und so brausten wir in Richtung Schilksee. Wenige hundert Meter vor dem Ziel geschah es dann: Wir hatten wieder ein enges Rennen, und sahen plötzlich wie die Yachten weiter vorn, die Segel auf die andere Seite nahmen. Ein Winddreher! Jetzt war nach einem Tag voller Ruhe plötzliche Schnelligkeit gefragt – der Spi musste weg und wir schafften es tatsächlich einige Sekunden vor der Konkurrenz ins Ziel! So landeten wir auf dem 4. Platz in unserer Gruppe und waren damit sehr zufrieden.

und was für die Vitrine gab’s auch…..

 

Text: Isabel, Insa und Neeskea, Fotos: Ioanna und Insa