Früh im Jahr, eine etablierte Regatta bislang für J24 und J70 und in diesem auch für die J22. Nicht so einfach, die Winterarbeit rechtzeitig fertig zu machen, aber das Wetter spielt glücklicherweise mit und immerhin schaffen es dann sieben J22 an den Start, incl. der J’tje aus Haltern am See.
Vor dem Start noch ein Trimmschlag zum Training mit neuer Crew. Super Sonnenwetter, moderate w-liche Brise, aber böig mit ordentlichen Drehern nach links und nicht einfach bei diesen Konditionen auf der Alster die Bahn auszulegen. Nach dem Start wenden wir bald auf Backbordschlag, aber rechts wird es zu flau und der Wind dreht an der Luvtonne noch einmal munter nach links und beim Spisetzen wird’s eng – in Luv bleiben oder direkten Kurs zum Gate? Idealerweise beides – was den Trimmer nicht immer glücklich macht. Die Positionen spielen sich ein, welches Gate? Die Fock kommt früh hoch und der Spi ist zu früh weg und die anderen vorbei. Bei der nächsten Runde nicht so weit nach rechts, an der Luvtonne schiebt sich wieder das Feld zusammen und raum geht’s zurück, Spi früh weg, halsen und um das linke Fass, statt sich rechts einzureihen, 2 Plätze gut gemacht und als 3. in’s Ziel. Super – geht doch.
Bei den nächsten Starts sind die J70 schon wieder am Gate, als wir starten und während wir darum ringen, überhaupt an die Linie und in eine brauchbare Position zu kommen, ist unser ‚Vorschiff‘ noch kräftig am trimmen, verliert kurz den Halt (gibt hier ja auch keine Reling) und geht am Start rückwärts über Bord – gut, dass sie noch an der Luvseite am Schiff ist und wir sie mit voller Montur an den Gurten der Schwimmweste hochziehen können. Wechselkleidung wäre an Bord, aber es soll so weitergehen, also Schoten dicht und das Feld jagen. Wir erreichen wieder die anderen, aber beim run auf das Leefass geht in den Böen beim Bergen unser Spi über Bord, Vollbremsung, Schoten unterm Boot …und Gelegenheit für die anderen munter vorbei zu fahren. Aufklarieren an der Kreuz und wir werden 6. – dabei sein ist alles – unser Streicher.
Dann läufts besser, natürlich segeln die eingespielten Crews von J-Bender und J’tje meist vorweg. Immer wieder verschiebt sich das Feld und wir tummeln uns meist mit Jola, Johann, Pegasus, Jette und machen auch taktische Fehler. Aber die kräftigen Winddreher sind entscheidend, mit heftige Böen zwischendurch – das sind keine einfachen Bedingungen für unerfahrene Crews, wenn es noch keine Gelegenheit gab zu trainieren.
Am nächsten Wettfahrttag wurde es kälter, Wind zwischen 15 und 30! Knoten und Regen angesagt. Hmmh – wir haben jedenfalls erstmal Trockenanzüge angezogen, das Rigg nachgetrimmt und einen Probeschlag gemacht – und die Böen kamen natürlich auch mit kräftigen Drehern.
Im Gegensatz zum Vortag drehte der Wind immer weiter nach rechts und das erfahrene Wettfahrtteam um Jens Hahlbrock durfte die Luvfässer nach und nach verholen. Rechts also oft im Vorteil und Konsequenz wurde belohnt. Der Wind war im allgemeinen passabel und vorausschauende Fahrweise bei den Böen kein Nachteil. Wiederholt heiße Szenen zwischen Leefässern, Start- und Ziellinie … und bei der vorletzten Wettfahrt, beim Bergen den Spi kaputt gemacht – und leichte Schadenfreunde, als wir unsere ewigen Mitstreiter Jola, Johann, Pegasus & Co. natürlich erfolglos um Ersatz anbetteln. Aber inzwischen eine frische Brise, und bei raumem Wind auch ohne Spi gar nicht so langsam – trotz verlorenem Zielspurt mit Jola noch ein 4. Platz …und unterm Strich – hinter J-Bender und J’tje – 3. – sehr schön, hat Spaß gebracht! .. und wieder viel gelernt, u.a. das Trockenanzüge auch bei Anlegemanövern Vorteile haben.
Die Saison fängt gut an – Danke an das ganze HSC Wettfahrt-, Orga-, Helferteam! .. und last but not least auch an unser engagiertes Gurlitt Gastroteam.

Dagmar, Konrad und Stefan
GER1445, Jeany-J-Little, Dagmar Hilcken
Bilder: Sven Jürgensen & Pepe Hartmann