Schnell ist es passiert: ein Fehltritt beim Boarding oder eine Niederlage bei einer Auseinandersetzung mit dem Großbaum, schon liegt der Segelnde im Wasser… Jollensegler sind Kenterungen meist gewöhnt und schnell wieder im Boot, aber bei Kielbooten wird das An-Bord-Kommen oft schon herausfordernd.
Beim diesjährigen Helga Cup kam es zu einer besonders kritischen Situation: in einer Phase mit starken Böen ging eine J/70-Seglerin über Bord und hing an der Reling, der Crew gelang es nicht, sie wieder an Bord zu holen. Ein Umpireboot war zur Stelle und holte sie aus dem Wasser.
Kritischer war es auf dem RS Venture Connect Kurs, als zwei Boote kenterten und nur mit Hilfe der Umpires wieder aufgerichtet werden konnten.
Bei einer weiteren Kenterung ging eine Para-Seglerin über Bord. In diesem Fall war der Tonnenleger schnell zu Stelle, aber den beiden Insassen gelang es nicht, die Seglerin aus dem Wasser zu ziehen. Der hohe Freibord des Motorbootes und ihre körperlichen Einschränkungen machten dies unmöglich. Auch hier unterstützen die Umpires, so dass niemand zu Schaden kam.
Es waren vom Veranstalter keine separaten Sicherungsboote vorgesehen.
Im HSC haben wir dies zum Anlass genommen, für diesen Fall vorzusorgen. Thomas Jatsch vom VSaW hat eine Bergungsplane konstruiert und uns ein Exemplar gespendet, dafür nochmals „Danke“!

Die Bergungsplane besteht aus zwei Alu-Rohren, die mit einer wasserdurchlässigen Plane und zusätzlichen Griffen versehen ist. Sie kann notfalls auch als Trage verwendet werden.

Eines der Rohre ist am Schlauchboot befestigt, der andere Teil kann bei Bedarf ins Wasser gelassen werden und den Verunglückten aufnehmen. Danach wird die Plane mit dem Verunglückten an Bord „gerollt“.
Der Vorteil dieser Plane gegenüber einem Bergungsnetz liegt darin, dass sich beispielsweise die Schwimmweste nicht darin verhaken kann und die Bergung so erleichtert wird.

Die Bergungsplane haben wir gestern an Earl Grey montiert, sie kann aber auch an jedem anderen Motorboot befestigt werden.
Künftig steht beim HSC damit bei Regatten, aber natürlich auch beim Training, ein Motorboot mit Rettungsplane zur Verfügung. Leider hat sich bei der gestrigen Känguruh-Regatta noch kein Freiwilliger gefunden um dieses einmal auszuprobieren, dazu war es doch zu ungemütlich…? 😉
Manuel Hünsch





