Sonne, internationale Konkurrenz und spannende Rennen: Das Team des Hamburger Segel-Clubs mit Bernadette Zipfel, Jana Scherbarth, Karla Dörffler und Lea Beele erreicht bei der Virginie Hériot Trophy im Yacht Club de Monaco einen starken dritten Platz.

Bereits am Mittwochabend reiste unser Team nach Monaco, um sich bestmöglich auf die Virginie Hériot Trophy vorzubereiten. Am Donnerstag stand zunächst ein erstes Training auf dem Programm – eine wichtige Gelegenheit, das Boot kennenzulernen und sich auf das Revier einzustellen.

Gesegelt wurde erstmals auf der RS21, einem modernen Einheits-Kielboot, das in einigen Punkten an die J/70 erinnert, sich im Handling und im Segelgefühl aber durchaus anders präsentiert. Obwohl das Boot offenbar schon vor einigen Jahren beim Helga Cup zum Einsatz gekommen war, saßen wir vier zum ersten Mal gemeinsam an Bord. Das Training war deshalb besonders wichtig, um uns mit dem Boot vertraut zu machen und als Crew einzuspielen.

Wir kannten nicht nur das Boot und Revier nicht, sondern waren auch in der Konstellation noch nie zusammen gesegelt.

Am Freitag fiel der Startschuss für die dreitägige Regatta. Insgesamt 22 Teams aus verschiedenen Nationen, darunter die USA, die Schweiz, Italien, Frankreich, Norwegen und Tschechien, gingen an den Start. Mit einigen bekannten Teams, wie dem NRV, den Fiven (Gewinner Helga Cup 2025) und den Schweizerinnen, welche vor allem im Liga-Format sehr stark sind, war das Niveau entsprechend hoch. 

Für zusätzliche Abwechslung sorgte das Regattaformat: Die Gruppen wurden im Laufe der drei Tage immer wieder neu zusammengestellt. Dadurch trafen wir in unterschiedlichen Konstellationen auf unterschiedliche Gegnerinnen und mussten behaupten – mal mehr mal weniger starke Gruppen.

Insgesamt wurden über das Wochenende pro Team sechs Wettfahrten gesegelt. Gerade am Samstag wäre aus unserer Sicht bei den relativ konstanten Windbedingungen noch mehr möglich gewesen. Die Wettfahrtleitung entschied sich jedoch, den Segeltag zu beenden. Damit blieb das Rennprogramm vergleichsweise kompakt, und jede einzelne Wettfahrt hatte entsprechend großes Gewicht für die Gesamtwertung.

Nach einem Spaziergang durch Monaco wurde im Samstagabend die Casino Night im Yachtclub gefeiert. Bei Pasta Buffet, Poker und Roulette wurde gefeiert und mit anderen Teams gequatscht. Denn neben unseren Konkurrentinnen segelten am Wochenende auch die Smeralda 888 auf unserer Bahn mit und schlossen ihr Saisonende ab. So kam wir doch auch hin und wieder mit den Teams in Kontakt.

Am Sonntag standen die Finalrennen auf dem Programm. Das erste Rennen war zunächst von Leichtwind geprägt. Im zweiten Rennen nahm der Wind deutlich zu, und auch die Welle wurde spürbarer. Diese Bedingungen stellten uns vor eine zusätzliche Herausforderung.

Nachdem wir im zweiten Rennen des Tages bereits nach der ersten Kreuz einen Penalty erhalten hatten, mussten wir uns zurück ins Rennen kämpfen. Was uns vor allem auf dem Downwind gelang. Trotzdem blieb die Kreuz anspruchsvoll. Da wir die RS21 noch nicht gut genug kannten, fehlte uns in diesen Bedingungen teilweise die nötigen Tricks, um das volle Potenzial des Bootes auszuschöpfen.

Die Regatta zeigte einmal mehr, wie entscheidend neben dem seglerischen Können auch die Vertrautheit mit dem Boot und die Abstimmung innerhalb der Crew sind.

Am Ende wurde es an der Spitze denkbar knapp. Der NRV sicherte sich mit acht Punkten den Gesamtsieg, dicht gefolgt vom Schweizer Team CVL, das ebenfalls acht Punkte erreichte. Wir vom belegten mit neun Punkten den dritten Platz – nur einen Punkt hinter den beiden erstplatzierten Teams.

Für uns ist dieser Podiumsplatz ein starkes Ergebnis in einem international besetzten Feld. Besonders erfreulich waren unsere beiden Wettfahrtsiege und der zweite Platz am letzten Tag, mit denen wir unser Können und Kampfbiss unter Beweis stellen konnten.

Neben dem sportlichen Wettbewerb überzeugte die Veranstaltung auch durch ihre Organisation und die besondere Kulisse. Der Yacht Club de Monaco bot einen beeindruckenden Rahmen für die Regatta. Die Unterstützung unter den Frauen war spürbar, man erkannte sich doch von dem ein oder anderen Event (WSCL, Helga Cup) wieder. Dazu kamen Sonne, gute Segelbedingungen und eine rundum gelungene Atmosphäre. So fühlten sich die Regattatage im Oktober noch einmal wie ein kleines Sommer-Event an.

Wir blicken auf drei schöne und sportlich anspruchsvolle Tage in Monaco zurück und freuen uns darauf, viele der teilnehmenden Teams beim nächsten Helga Cup oder bei anderen Regatten wiederzusehen.

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