Ein Wochenende, 18 internationale Teams und anspruchsvolle Bedingungen auf dem Wasser: Bei der Women Sailing Champions League in Kiel konnten wir uns am Wochenende den ersten Platz sichern. Damit holten wir den Titel, den der HSC bereits 2023 gewinnen konnte, erneut nach Hamburg.

Für den HSC gingen Silke Basedow, Maren Hahlbrock, Mia Hahn, Anna Rupp und Lea Beele an den Start. Für uns war es eine besondere Premiere, denn in dieser Fünfer-Konstellation waren wir zuvor noch nicht gemeinsam gesegelt. Normalerweise sind wir in unterschiedlichen Besetzungen und meist zu viert unterwegs. Mit einigen gemeinsamen Trainingseinheiten auf der Alster konnten wir uns dennoch gut auf die Regatta vorbereiten und gingen mit einem guten Gefühl nach Kiel – mit dem Ziel, uns im Mittelfeld zu etablieren.

Dass am Ende deutlich mehr daraus werden sollte, zeigte sich bereits am Freitag.

Starker Auftakt bei anspruchsvollem Wind

Der erste Regattatag begann bei stark böigem Wind. Insgesamt konnten sieben Flights gesegelt werden. Dabei fanden wir schnell einen guten Rhythmus, waren auf dem Wasser gut aufeinander abgestimmt und konnten unsere Rennen konstant auf hohem Niveau segeln.

Am Ende des ersten Tages standen wir auf Platz eins.

Und diese Führung sollten wir bis zum Ende nicht mehr abgeben.

Während sich hinter uns das Feld immer wieder veränderte und die Plätze drei bis sechs über die verschiedenen Tage hinweg mehrfach neu verteilt wurden, konnten wir unseren ersten Platz stetig verteidigen. Das gab uns viel Selbstvertrauen, bedeutete aber gleichzeitig, dass wir an jedem weiteren Tag und Rennen konzentriert bleiben mussten.

Warten, warten, warten – und dann doch noch ein Flight

Der Samstag stellte uns vor eine ganz andere Herausforderung. Der Wind blieb ausgerechnet in dem Bereich, in dem wir die Genehmigung für die Regattabahn hatten, weitgehend aus. So verbrachten wir viele Stunden an Land und warteten unter Startverschiebung auf bessere Bedingungen.

Erst gegen 16:30 Uhr war es schließlich möglich, wieder aufs Wasser zu gehen. Immerhin konnte am Abend noch ein Flight gesegelt werden. Auch hier gelang es uns, unsere Position an der Spitze zu verteidigen.

Am Abend ging es dann zum gemeinsamen Dinner im Hotel Kieler Yacht-Club, wo das Event stattfand. Nach einem langen Tag mit viel Sonne, Warten und anschließendem Segeln waren wir allerdings auch froh, irgendwann ins Bett zu kommen.

Entscheidung am Sonntag

Am Sonntag erwartete uns wieder deutlich mehr Wind – allerdings erneut mit anspruchsvollen Bedingungen. Der Wind war sehr böig und drehte immer wieder. Umso wichtiger war es, als Crew konzentriert zu bleiben und schnell auf die Veränderungen auf dem Wasser zu reagieren.

Unsere Abstimmung an Bord funktionierte weiterhin sehr gut. Auch unser Crewgewicht erwies sich unter den Bedingungen als optimal – vor allem in starken Böen an der Kreuz. So konnten wir die Führung auch am Sonntag verteidigen und unseren ersten Platz bis zum letzten Rennen behaupten.

Besonders das Team der Kongelig Norsk Seilforening aus Norwegen zeigte eine sehr starke Leistung und blieb uns bis zum Schluss dicht auf den Fersen. Am Ende trennten uns lediglich ein Punkt von den Norwegerinnen.

Damit stand fest:

1. Hamburger Segel-Club
2. Kongelig Norsk Seilforening
3. Münchener Yacht-Club
4. Verein Seglerhaus am Wannsee

International starkes Feld

Mit insgesamt 18 Teams aus verschiedenen Ländern war die Women Sailing Champions League in Kiel hochkarätig (viele Teams aus den nationalen Ligen) und international besetzt. Neben zahlreichen deutschen Teams waren unter anderem Mannschaften aus Norwegen, Dänemark, Finnland, Polen, Australien, den USA und der Schweiz am Start.

Für uns war es daher umso schöner, dass wir uns über das gesamte Wochenende an der Spitze behaupten konnten.

Auch die Wettfahrtleitung trug zu einem gelungenen Regattawochenende bei. Wettfahrtleiter Lorenz Buchler und sein gesamtes Team haben auf dem Wasser einen super Job gemacht und trotz der wechselnden und teilweise schwierigen Bedingungen einen reibungslosen Ablauf der Wettfahrten ermöglicht.

Eine besondere Teamkonstellation

Für uns persönlich war der Sieg auch deshalb besonders, weil wir in dieser Besetzung zum ersten Mal gemeinsam auf dem Wasser waren. Die Kombination aus erfahrenen Seglerinnen und jüngeren Talenten hat sich dabei als große Stärke erwiesen.

Insbesondere Mia Hahn, die bisher nur im Junioren-Team segelte, konnte bei diesem Event wertvolle Erfahrungen sammeln und sich weiterentwickeln. Gleichzeitig konnten wir auf die große Erfahrung von Seglerinnen wie Maren Hahlbrock und Silke Basedow zurückgreifen.

Am Ende nehmen wir nicht nur den Sieg, sondern vor allem ein großartiges gemeinsames Wochenende mit. Anspruchsvolles Segeln, ein starkes internationales Feld, wechselnde Bedingungen und eine tolle Atmosphäre in Kiel haben die Regatta für uns zu einem besonderen Erlebnis gemacht.

Wir sind sehr stolz auf unsere Leistung und unseren Teamzusammenhalt und freuen uns ganz besonders darüber, den Titel der Women Sailing Champions League nach dem Erfolg des HSC im Jahr 2023 erneut nach Hamburg geholt zu haben.

Bericht: Lea Beele
Fotos: Sailing Energy

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