Helgoland/Wedel. Die Nordseewoche 2026 hatte wieder alles zu bieten, was Seglerherzen höherschlagen lässt: Kameradschaft, spannende Wettfahrten, überraschende Entscheidungen der Regattaleitung und natürlich jede Menge Geschichten für die Hafenkneipe. Mittendrin: die Crew der KÜHNEZUG Goldkatze und Organisator Marcus J. Boehlich.

Bereits am Donnerstagabend, dem 22. Mai, fiel der traditionelle Startschuss zur Veranstaltung. Wie in jedem Jahr trafen sich die Teilnehmer zum großen Bratwurstessen im Zelt des Hamburger Yachthafens in Wedel. Das inzwischen aus Altersgründen abgewrackte Zelt zeigte sich noch einmal von seiner besten Seite. Immerhin spielte das Wetter mit – Regen blieb aus.
Natürlich durfte auch die traditionelle Ansprache von Marcus J. Boehlich nicht fehlen. Diesmal stand wie immer das Wetter im Mittelpunkt. Die Prognose ließ wenig Hoffnung auf viel Wind am Freitagmorgen, was die Vorfreude auf den Wecker um 6 Uhr nicht gerade steigerte.
Mit der „Unterwasser-Genua“ Richtung Cuxhaven
Am Freitagmorgen ging es dann los. Kurs Störmündung, unterstützt von der „Unterwasser-Genua“. Von dort entwickelte sich die Wettfahrt bei überraschend flottem Wind in Richtung Cuxhaven. Offizielles Ziel sollte die „Alte Liebe“ sein.
Doch dann sorgte die Regattaleitung für Gesprächsstoff. Offenbar in der Annahme, der Wind werde bald einschlafen, entschied sich der Regattaleiter aus Warnemünde spontan, das Ziel bereits vor Otterndorf auszulegen. Die entsprechende Durchsage erfolgte über eine UKW-Anlage, deren Signal allerdings derart schwach war, dass acht Boote die Nachricht überhaupt nicht empfingen.
Besonders ärgerlich für die KÜHNEZUG Goldkatze: Das Schiff lag „vite vor root“ und segelte unbeirrt weiter. Von einem Ziel war weit und breit nichts zu erkennen. Die Stimmung bei den betroffenen Crews? Vorsichtig formuliert: nicht gerade begeistert.
Erst auf dem Weg Richtung Helgoland wurde über die leistungsfähige Funkanlage eines anderen Schiffes klar und deutlich alles zu hören. Da war die Verwirrung bereits perfekt.
Sonnenschein und Segelspektakel Rund Helgoland
Der Sonnabend entschädigte die Teilnehmer dann mit bestem Wetter. Strahlender Sonnenschein sorgte für gute Laune und die ersten deutlichen Bräunungsstreifen der Saison.
Auf dem Programm stand die traditionsreiche Wettfahrt „Helgoland Rund“ diesmal auf einer kurzen Bahn. Nach einer Startkreuz zur Insel ging es links herum um den roten Felsen.
Die KÜHNEZUG Goldkatze erwischte einen Traumstart und zog als erstes Boot vom Startschiff weg. Danach führte der Kurs über Düne Süd zur Wendetonne Helgoland Ost. Dort zeigte die Nordsee einmal mehr ihren Charakter: kräftiger Strom setzte die Boote deutlich seitlich weg.
Mit reichlich Vorlage und konzentrierter Navigation gelang der Crew die Passage gerade noch. Die erfahrenen Nordseesegler kommentierten trocken: „Die Tonne – da weiß Jeder noch Jahre später Bescheid.“
Weiter ging es über Helgoland Süd, Helgoland West, Nathurn-N sowie die Tonnen N1, N3 und N5 bis ins Ziel.
Die starke Leistung wurde belohnt: Platz drei für die KÜHNEZUG Goldkatze. Entsprechend zufrieden zeigte sich die Crew nach der Zieldurchfahrt.
Früher Start Richtung Kiel
Pfingstmontag klingelte der Wecker bereits um 3 Uhr morgens. Ziel war es, den günstigen Flutstrom für die Passage nach Brunsbüttel optimal zu nutzen. Wieder half die „Unterwasser-Genua“ tatkräftig mit.
Die Ankunft an der Schleuse verlief problemlos. Im Bootshafen wurde festgemacht, und nach den Anstrengungen der vergangenen Tage sorgten die Duschen für neue Lebensgeister. Damit endete ein langer, aber erfolgreicher Segeltag.
Am folgenden Morgen stand schließlich die Weiterfahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Kiel auf dem Programm.
Flaggenfrage sorgt für Diskussion
Für Gesprächsstoff im Hafen sorgte auch eine Beobachtung auf Daniel Baum’s Schiff. Dieser hatte seine HSC-Flagge gut sichtbar am Mast gesetzt. Sofort stellte sich in der Crew die Frage: Warum machen wir das eigentlich nicht auch?
Die Antwort war schnell gefunden: Das wird sich künftig ändern.

Daniel Baums Elida
Fazit
Die Nordseewoche 2026 wird vielen Teilnehmern in Erinnerung bleiben. Nicht nur wegen der kuriosen Zielverlegung vor Otterndorf, sondern vor allem wegen guter Kameradschaft, sonniger Tage auf See und eines starken dritten Platzes der KÜHNEZUG Goldkatze bei Helgoland Rund.
Oder wie man an der Küste sagt:
He geit!
Bericht nach den Aufzeichnungen von Manfred Böttcher
Bericht: Goldkatze Crew
Fotos: Johann-Nikolaus Andrae





