Hamburg Summer Classics

An der Oldtimer-Regatta im Herzen Hamburgs und Pflichtveranstaltung für Liebhaber klassischer Holzboote, nehmen Jollenkreuzer, Hansa-Jollen, H-Jollen, Drachen, Folkeboote, Schwertzugvogel, Piraten, Flying Dutchman, O-Jollen, Korsare und andere schöne Boote teil. Die Alster wandelt sich zu einem aktiven Museum von alten Holzrümpfen, Gaffelsegeln und Sonderklassen. Pro Bootsklasse darf die Anzahl der Schiffe die zehn nicht überschreiten. Gesegelt werden 4 Wettfahrten. Wie auch bei der jeden Mittwoch beim HSC stattfindenden Afterwork-Kult-Regatta (Känguruh), wird auch hier mit dem sogenannten „Känguruh-Start“ gesegelt. Das bedeutet, das langsamste Boot startet zuerst und dann alle weiteren Boote jeweils mit berechnetem Abstand und das schnellste zuletzt. Dadurch ist die Reihenfolge des Zieleinlaufs zugleich die Platzierung in der jeweiligen Wettfahrt. Es werden jedes Jahr etwa 170 Segler auf 60 Booten erwartet.

29. Hamburg Summer Classics 2021 

Was ist schlimmer? Flaute und Regen oder böiger Wind und Regen? Bei Wind ist man jedenfalls beschäftigt und kann das Segeln so richtig genießen, wie die alte Holz-Jolle unter Spi über die Alster glitscht. Juhu, das geht ab.

Bei der 2. Wettfahrt am Sonntag waren auch nur 36 der ursprünglich 51 angetretenen Holzjollen, Jollenkreuzer  und Kielschiffe auf der Bahn. Das Wetter war für Mitte August doch recht garstig: Grau und regnerisch unter 20 Grad und einem frischen Südwestwind mit sechser Böen. Eigentlich kein Problem bei richtiger Besegelung bis dann die böse Böe kommt. Keiner weiß genau warum, aber Autors Berliner H-Jolle HERTA 2 hat es auf der Kreuz einfach umgekippt, das war’s dann mit dem fröhlichen Glitschen. Später wurde der Wind dann wieder handzahmer, aber die Regenschauer sind geblieben. Trotzdem hatten wie immer alle Spaß an einem schönen Regatta- Wochenende, am Wiedertreffen alter Segelfreunde und dem Schaulaufen der lackierten Schönheiten.

 

Am Samstag war der Wind eher einschläfernd, Johann-Nikolaus Andreäe und sein motiviertes Team konnten trotzdem 2 Wettfahrten sauber über die die Alster-Runde bringen. Für einige Auswärtige war der Känguru-Start eine Herausforderung und auch die Tonnen – Abfolge: 3, 4, 2, 3, 1, 2, 5, 6, 2 Ziel mit den Alster-Typischen Windlöchern und -Drehern war nicht jedermanns Sache. Immerhin konnte man nach der Hitzeschlacht im Vorjahr aufatmen, Gott sei Dank noch keine Klima-Katastrophe, einfach normales Hamburger Wetter. Naja, zum Glück leben wir nicht in der Eifel und auch das östliche Mittelmeer macht den Klima-Wandel mehr als deutlich.

  

JN (Johann-Nikolaus) und WD (Wolf-Dieter) haben den Hut aufgesetzt und ein motiviertes Team von Helfern aufgeboten und so konnten immerhin 55 Meldungen registriert werden. Auch  Manfred Götz aus Seebruck mit seiner Chiemsee Plätte LATERZA war wieder dabei und hat sein Tragerl (Kasten) bayerisches Bier abgeliefert, gesegelt ist er auch gut und auf Platz 7 gelandet.

       

Stark vertreten war die 12 Fuß Dinghy Klasse mit fünf Booten, die alle in den vorderen Rängen landeten. Känguru-Schreck Jochen Brecht hat dann auch gewonnen, es ist auch mit einer H-Jolle schwierig in 40 Minuten 15 Minuten Vorsprung aufzuholen. H-Jollen gab es diesmal 12 Stück (die beiden Elb H-Jollen eingerechnet) 4 Hansa-Jollen, die ihre Elbe Tour mit der Summer Classics abschlossen, angereistüber den Hafen und die Alsterfleete. Ein paar Sharpies und Piraten, Drachen und O-Jollen und viele andere Klassen waren vertreten, wenn auch meist nur mit einem Boot. Allesamt wunderschöne Holz-Unikate, hervorragende Bootsbauer-Arbeit aus dem letzten Jahrhundert, liebevoll gepflegt von ihren Eignern und in die Neuzeit getragen. Klar das keiner sein Schätzchen gerne einer hart gesegelten Starkwind-Regatta aussetzt. Gekracht hat es leider trotzdem: Ein Drachen ist dem Mälar 22 über’s Heck gefahren und hat das Achterstag abrasiert – der Mast ist trotzdem stehen geblieben, aber die Wettfahrt war gelaufen. Am Sonntag war die Rede auch von einem Loch in einer Hansa-Jolle, reingeschossen von einem Bug eines Gegners, nichts Genaues weiß man nicht, die Eigner werden sich geeinigt haben. Trotzdem immer wieder ein Stich ins Herz wenn das lackierte Holz splittert.

Am Sonntag um 2 Uhr nachmittags konnte WD dann die Preisverteilung abhalten, in die Länge gezogen durch zahlreiche Sonderpreise, gekrönt durch eine Super-Uhr von GARMIN und 2 Petroleumleuchten von TOPLICHT. Ein Töpfchen Lack von EPIFANES gab es für fast jedes Boot und das HOSTEN Frei-Bier hat auch allen geschmeckt. Gesamtsieger Jochen Brecht hat eine schöne Dankesrede gehalten, dem Team gebührt aller Respekt. Auf die Ränge kamen : 2. Jens und Christian Ruppert mit der Alt H-Jolle LUMPAZI, 3. Daniel und Fritz Baum auf der Elb H-Jolle FRIDA , 4. Andreas Fuhrhop auf dem 12 Fuß Dinghy TONI und 5. Der einzige Holzmast Drachen MAROTTE mit Soenke und Christiane Bruhns und Christian Halbig. Richtig Happy waren auch Vincent Penner, mit 11 Jahren jüngster Teilnehmer, der mit Benjamin Frahm und dem Piraten AKULA auf Platz 13 landete und die Oldie- Gang Günter Daubenmerkel, Uwe Peters (Sharpie VERY OLD, 45.) und Bernd Metz, (Weserjolle AELSKLING, 22.) die allesamt schon das 8. Jahrzehnt erreicht haben – segeln hält jung. 
So ging dann auch diese 29. Traditionelle Holzboot-Regatta mit vielen glücklichen Gesichtern und überschaubaren Schäden zu Ende. Willkommen zur 30. Ausgabe 2022. Claus, du fehlst.      

Tommy Loewe, August 2021

Fotos: Karin Krugler-Felsch und Pepe Hartmann
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