Was für ein Wochenende auf der Außenalster! Am 30. und 31. Mai war der Hamburger Segel-Club erneut Gastgeber für das Heinz Kettler Inclusive Youth Sailing Team Germany – ein Pilotprojekt, das wir gemeinsam mit unserem Partner Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. im Rahmen der „Inklusiven Alster“ tragen. Beim dritten von sechs zweitägigen Trainingswochenenden trainierten vier Kinder und Jugendliche mit ganz unterschiedlichen Beeinträchtigungen – von Sehbehinderung bis körperlicher Behinderung – wieder gemeinsam auf dem Wasser.

Das im Oktober 2025 gegründete Pilotprojekt verfolgt ein klares Ziel: junge Menschen mit Behinderungen Schritt für Schritt vom Crew-Mitglied zur eigenständigen Seglerin und zum eigenständigen Segler auszubilden – und ihnen so den Weg in den ambitionierten Regattasport zu eröffnen, nicht nur in den Breitensport. Ergänzend zu den Trainingswochenenden trainiert das Team regelmäßig, teils wöchentlich, in Einzeleinheiten auf den RS Venture Connect. So wachsen Bootshandling, Taktik und Teamarbeit in inklusiven Crews kontinuierlich zusammen.

An beiden Tagen standen jeweils zwei Praxiseinheiten auf dem Programm – eine am Vormittag und eine am Nachmittag, trainiert wurde auf drei RS Venture Connect. Der Samstag bot bei strahlendem Sonnenschein viel Wind und damit beste Bedingungen für intensives Training auf dem Wasser. Am Sonntag zeigte sich die Alster von ihrer ruhigen Seite – doch von der Flaute ließen sich die jungen Seglerinnen und Segler nicht ausbremsen und nutzten die ruhigeren Bedingungen kurzerhand, um mit den E-Booten über die Alster zu fahren, selbstverständlich unter Anleitung erfahrener Erwachsener. Begleitet wurde das Team an beiden Tagen bei bestem Wetter von ihren Eltern.

Ein besonderes Highlight ist die Begleitung durch erfahrene Profiseglerinnen: An diesem Wochenende war erneut Susann Beucke dabei, Olympia-Silbermedaillengewinnerin von Tokio 2021, die das Team gemeinsam mit Marten und Jop Berner sowie Florian Deutschbein betreute. Als Co-Trainerinnen unterstützen das Projekt regelmäßig zwei Spitzenseglerinnen – neben Susann Beucke auch Schirmherrin Anna Barth, Taktikerin des Germany SailGP Teams. Für die jungen Seglerinnen und Segler sind sie nicht nur Trainerinnen, sondern vor allem inspirierende Vorbilder.

Für Sophia wurde das Wochenende zu einem ganz besonderen Moment: Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hatte sie ihre allererste Einheit auf dem Wasser – ebenfalls mit Susann Beucke. Heute bereitet sie sich bereits auf den Helga Cup (11.–14. Juni) vor, die weltweit größte Frauen-Segelregatta. Eine richtig coole Entwicklung, die zeigt, wie viel in einem Jahr möglich ist.

Und das Wochenende ist erst der Anfang: Für die Saison 2026 stehen mehrere Regatta-Einsätze auf dem Programm – von der Mittwochsregatta beim Hamburger Segel-Club über den Helga Cup und den Heinz Kettler Deutschland Cup bis hin zum Saisonhöhepunkt, der inklusiven Regatta im Rahmen des SailGP in Sassnitz im August. Hinzu kommt ein Workshop zur Kieler Woche im Juni. Schritt für Schritt wachsen die jungen Talente so an immer größere Aufgaben heran.

„Diese Regatten sind nicht nur sportliche Ziele, sondern wichtige Meilensteine für das Selbstvertrauen und die Selbstständigkeit unserer jungen Seglerinnen und Segler.“

— Bernadette Zipfel, Vorständin Leistungssport, Hamburger Segel-Club

Unser Dank gilt allen, die dieses Pilotprojekt möglich machen: der Heinz Kettler Stiftung, der Allianz für die Jugend Nordwest e.V. sowie unserem Partner Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V.

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