Am Mittwochabend war Staatsrat Christoph Holstein zu Gast im Clubhaus des Hamburger Segel-Clubs. Thema: Hamburgs Bewerbung um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele – und die Chancen, die sich daraus für Hamburg, den Hamburger Sport und nicht zuletzt für unseren Segelsport ergeben.
Begrüßt wurden die Gäste durch Bernadette Zipfel, Vorständin Leistungssport des HSC, bevor Staatsrat Holstein, einer der zentralen Gestalter der Hamburger Sportpolitik, das aktuelle Bewerbungskonzept vorstellte. Hamburg plant Spiele der kurzen Wege: 17 von 20 Wettkampfstätten im Stadtgebiet liegen in einem Radius von nur sieben Kilometern. Insgesamt sind 33 Wettkampfstätten mit 46 Disziplinen vorgesehen – die Segelwettbewerbe würden als olympische Kerndisziplin im Kieler Revier stattfinden. Das Olympische und Paralympische Dorf in der Science City Hamburg Bahrenfeld soll Platz für 16.000 Aktive bieten und nach den Spielen als barrierefreier Wohnraum für rund 9.000 Menschen dienen – mit 56 Prozent geförderten Wohnungen.

Besonders beeindruckend: die Vision für die Binnenalster als olympisches Herzstück. Von der Eröffnungsfeier auf einem 500 Meter langen schwimmenden Steg über 3×3-Basketball und Bogenschießen auf schwimmenden Plattformen bis hin zu Padel-Wettbewerben – die Alster wird zur Arena mitten in der Stadt.
Ein zentrales Hamburger Alleinstellungsmerkmal ist die konsequente Gleichwertigkeit von Olympischen und Paralympischen Spielen. Die Bewerbung sieht vor, Hamburg zur barriereärmsten Metropole Deutschlands zu machen. Der Plan umfasst inklusiven Schulsport, paralympischen Leistungs- und Spitzensport sowie eine umfassende Neuorientierung beim Thema Inklusion. Die Erfahrungen aus Paris 2024 unterstreichen die gesellschaftliche Wirkung: Laut einer Nielsen-Sport-Umfrage gaben 73 Prozent der Befragten an, dass die Paralympics ihre Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderungen positiv verändert haben.
Für den Segelsport wäre eine erfolgreiche Bewerbung eine historische Chance. Olympische und Paralympische Spiele bringen Hamburg und den Segelsport auf die Weltbühne – ein starkes Signal für inklusiven Sport und ein Schub, der weit über das Ereignis selbst hinausreicht. Die Alster ist schon heute eines der inklusivsten Segelreviere Deutschlands und damit ein Vorbild für Hamburg auf dem Weg zu einer barrierefreien Stadt.

Im Anschluss an die Präsentation nutzten Mitglieder des HSC und Gäste von Elbvereinen und Segelverband die Gelegenheit, in einer ausführlichen Fragerunde Christoph Holstein zum Bewerbungskonzept, zu den Chancen für den Segelsport und zur weiteren Planung zu befragen. Auch im persönlichen Gespräch stand der Staatsrat den Anwesenden Rede und Antwort – ein Abend, der deutlich machte, wie viel Interesse und
Begeisterung das Thema Olympische und Paralympische Spiele in der Hamburger Segelgemeinschaft weckt.
Als Segelverein, der sich stark für den inklusiven Segelsport engagiert, hoffen wir natürlich besonders auf Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg – eine einmalige Chance für unsere Stadt, unseren Sport und die Inklusion.
Ein herzlicher Dank gilt Staatsrat Christoph Holstein für die spannenden Einblicke in das Bewerbungskonzept und die offene Gesprächsbereitschaft an diesem Abend.
Die nächsten Meilensteine im Bewerbungsverfahren:
31. Mai 2026 – Bürgerschaftsreferendum
4. Juni 2026 – Abgabefrist Bewerbung beim DOSB
26. September 2026 – Entscheidung im nationalen Bewerbungsverfahren





